Ein Hochrisiko-Umfeld mit besonderem Abwägungsbedarf
Patienten auf der Intensivstation tragen häufig ein hohes Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE): Sie sind immobilisiert oder beatmet, haben oft mehrere Risikofaktoren gleichzeitig — etwa Sepsis, Polytrauma, große Operationen oder zentrale Venenkatheter. Gleichzeitig besteht nicht selten ein erhöhtes Blutungsrisiko oder eine gestörte Gerinnung. Genau diese Konstellation macht die Thromboseprophylaxe auf der ICU besonders abwägungsintensiv.
Wenn Medikamente nicht oder nur eingeschränkt möglich sind
Ist eine medikamentöse Prophylaxe wegen akuter Blutungsneigung, anstehender Eingriffe oder einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT) kontraindiziert, gewinnt die mechanische Prophylaxe an Bedeutung. Die intermittierende pneumatische Kompression (IPK) fördert den venösen Rückstrom rein mechanisch und greift nicht in die Gerinnung ein. Sie kann auch bei vollständig immobilen Patienten angewendet werden, deren eigene Wadenmuskelpumpe ausfällt. Den grundsätzlichen Vergleich der Verfahren finden Sie unter mechanische vs. medikamentöse Thromboseprophylaxe.
Was im Intensivalltag zählt
- Geräuscharm: ≤ 50 dBA — kein zusätzlicher Lärm im ohnehin alarmreichen Umfeld.
- Automatische Druckregelung: kein manuelles Einstellen, weniger Fehlerquellen für die Pflege.
- Hygiene: patientenbezogene Einweg-Kompressionsmanschetten, klar geregelte Aufbereitung der Konsole.
Die Indikationsstellung trifft das intensivmedizinische Team. Anerkannte Grenzen des Verfahrens — etwa die akute tiefe Beinvenenthrombose oder die fortgeschrittene pAVK — finden Sie unter IPK-Kontraindikationen.
IPK-Systeme für die Intensivstation
UniCare liefert die IPK-Systeme der Phlebo Press®-Technologie mit deutschem Service und garantierter Lieferfähigkeit. Die Phlebo Press® DVT 603 erkennt Bein- und Fußmanschetten automatisch und arbeitet mit zwei Druckbereichen — ein Vorteil, wenn die Versorgungssituation flexibel bleiben muss. Zur Auslieferung gehört die Geräteeinweisung nach §83 MPBetreibV, auf Wunsch im Schichtdienst.
Häufige Fragen
Warum ist das VTE-Risiko auf der Intensivstation erhöht?
Intensivpatienten sind häufig immobilisiert oder beatmet, haben oft mehrere Risikofaktoren gleichzeitig (Sepsis, Trauma, Operationen, zentrale Venenkatheter) und nicht selten ein erhöhtes Blutungsrisiko. Diese Kombination macht die Thromboseprophylaxe zu einer festen, aber abwägungsintensiven Aufgabe.
Welche Rolle spielt die IPK auf der Intensivstation?
Wenn eine medikamentöse Prophylaxe wegen Blutungsrisiko, Eingriffen oder Gerinnungsstörungen nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, ist die mechanische Prophylaxe mittels IPK eine wichtige Option. Sie wirkt rein mechanisch und kann auch bei vollständig immobilen Patienten eingesetzt werden.
Stört das Gerät im Intensiv-Setting?
Mobile IPK-Geräte arbeiten leise (≤ 50 dBA) und mit automatischer Druckregelung. Damit lassen sie sich in den ohnehin gerätedichten Intensivalltag integrieren, ohne zusätzlichen Einstellaufwand für die Pflege.