Die intermittierende pneumatische Kompression (IPK) ist ein etabliertes, rein mechanisches Verfahren der Thromboseprophylaxe. Wie jedes medizinische Verfahren hat sie Grenzen. Der folgende Überblick dient der fachlichen Orientierung. Die konkrete Indikations- und Kontraindikationsprüfung trifft stets das behandelnde Fachpersonal anhand der individuellen Situation und der Gebrauchsanweisung des Geräts.
Kontraindikationen laut Gebrauchsanweisung
Die Phlebo Press® DVT 650 Easy darf gemäß Gebrauchsanweisung nicht angewendet werden bei einer oder mehreren der folgenden Bedingungen:
- Schwere Arteriosklerose oder andere ischämische Gefäßerkrankungen, etwa eine fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).
- Schwere, dekompensierte Herzinsuffizienz oder Zustände, bei denen ein vermehrter Flüssigkeitszustrom zum Herzen schädlich sein kann.
- Bekannte oder vermutete akute tiefe Beinvenenthrombose, Thrombophlebitis oder Lungenembolie.
- Lokale Befunde, bei denen die Manschetten stören würden: u. a. Gangrän, frische Hauttransplantation, Dermatitis oder unbehandelte, infizierte Beinwunden.
Worauf in der Anwendung zu achten ist
Vor der Anwendung gehören eine Beurteilung des Gefäßstatus und die Prüfung der Haut zum Standard. Besondere Vorsicht gilt bei Patientinnen und Patienten mit schmerzunempfindlichen Extremitäten. Treten während der Anwendung Schmerzen, Kribbeln, Taubheit, Druckstellen oder Hautveränderungen auf, wird die Anwendung beendet, die Manschetten werden entfernt und die verantwortliche ärztliche Fachkraft informiert. Eine sachgerechte Geräteeinweisung nach §83 MPBetreibV stellt sicher, dass das Pflegepersonal diese Punkte sicher beherrscht.
Im Zweifel: beraten lassen
Bei Fragen zur Anwendung der Phlebo Press® DVT 650 Easy oder zur Eignung in bestimmten Situationen unterstützt das UniCare-Team mit den nötigen Anwendungs- und Geräteinformationen, im Sinne einer sicheren, leitlinienkonformen Versorgung.
Häufige Fragen
Wann darf die IPK nicht angewendet werden?
Zu den anerkannten Kontraindikationen zählen unter anderem eine akute tiefe Beinvenenthrombose und eine fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Die vollständige Prüfung von Indikation und Kontraindikation trifft immer das behandelnde Fachpersonal.
Ist die IPK bei Herzinsuffizienz geeignet?
Bei dekompensierter Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten, da die Förderung des venösen Rückstroms die Vorlast erhöhen kann. Die Entscheidung erfolgt individuell durch das behandelnde Fachpersonal.
Wo sind die Kontraindikationen verbindlich geregelt?
Eine Orientierung bietet die S1-Leitlinie zur intermittierenden pneumatischen Kompression (AWMF 037-007). Verbindlich sind zudem die Angaben in der Gebrauchsanweisung des jeweiligen Geräts.