Eine doppelte Risikolage
Die Thromboseprophylaxe in der Gefäßchirurgie ist eine besonders sorgfältige Abwägung. Auf der einen Seite besteht durch Eingriff und Immobilisation ein relevantes Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE). Auf der anderen Seite haben gefäßchirurgische Patienten häufig ein erhöhtes Blutungsrisiko und nicht selten eine begleitende periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Beide Seiten müssen gegeneinander abgewogen werden.
Die IPK als mechanische Option — mit klarer Grenze
Ist eine medikamentöse Prophylaxe wegen Blutungsrisiko eingeschränkt, ist die intermittierende pneumatische Kompression (IPK) eine wertvolle mechanische Alternative oder Ergänzung: Sie fördert den venösen Rückstrom rein mechanisch, ohne in die Gerinnung einzugreifen.
Wichtige Einschränkung: Bei fortgeschrittener pAVK bzw. schwerer Arteriosklerose ist die IPK kontraindiziert, da die Kompression die ohnehin reduzierte arterielle Durchblutung weiter beeinträchtigen kann. Die Prüfung der arteriellen Durchblutungssituation und die Indikationsstellung obliegen daher immer dem behandelnden Fachpersonal. Eine vollständige Übersicht bietet die Seite zu den IPK-Kontraindikationen.
Worauf es ankommt
- Sorgfältige Indikationsprüfung: arterielle Durchblutung vor IPK-Einsatz beurteilen.
- Mechanisch statt gerinnungswirksam: relevant, wenn Blutung gegen Medikamente spricht.
- Verlässliche Verfügbarkeit: planbarer Nachschub des Verbrauchsmaterials.
Wie sich mechanische und medikamentöse Verfahren grundsätzlich unterscheiden, lesen Sie unter mechanisch vs. medikamentös.
IPK-Systeme von UniCare
UniCare liefert die IPK-Systeme der Phlebo Press®-Technologie — DVT 650 Easy und DVT 603 — mit automatischer Druckregelung, deutschem Service und Geräteeinweisung nach §83 MPBetreibV. So bleibt die mechanische Prophylaxe auch in der gefäßchirurgischen Abwägung praktikabel und sicher anwendbar.
Häufige Fragen
Warum ist die Thromboseprophylaxe in der Gefäßchirurgie eine Abwägung?
Gefäßchirurgische Patienten haben einerseits ein relevantes VTE-Risiko durch Eingriff und Immobilisation, andererseits häufig ein erhöhtes Blutungsrisiko oder eine begleitende periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Beides muss gegeneinander abgewogen werden.
Wann ist die IPK in der Gefäßchirurgie geeignet?
Die IPK ist als mechanische Maßnahme besonders dann relevant, wenn eine medikamentöse Prophylaxe wegen Blutungsrisiko eingeschränkt ist. Wichtig: Bei fortgeschrittener pAVK ist die IPK kontraindiziert — die arterielle Durchblutungssituation muss vom Fachpersonal geprüft werden.
Ist die IPK bei pAVK erlaubt?
Nein, bei schwerer Arteriosklerose bzw. fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit ist die IPK kontraindiziert. Die Indikations- und Kontraindikationsprüfung trifft immer das behandelnde Fachpersonal.